Kleine Hände - Thomaskirche Kempen

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St. Martin 2019
St. Martin, St. Martin ritt durch Schnee und Wind...











Unser St. Martin Henry Dachner und unser armer Mann Merle Schulte mit Herrn Höneckes, der unseren Martinszug schon viele Jahre mit seinem Pony begleitet.

Unser kleiner eigener Martinszug ist zu einer festen Tradition geworden, auf die sich Groß und Klein jedes Jahr besonders freuen. Die Kindertagesstätte erhellt sich im Kerzenschein und im Licht des Martinfeuers.

Am 5. November war es endlich wieder soweit, angeführt vom St. Martin auf einem kleinen weißen Pony, zogen alle Kinder der Kita die Wachtendonker Straße lang. Voller Begeisterung, mit viel Freude und strahlenden Augen und mit toller Unterstützung des Posaunenchors sangen die Kinder, gemeinsam mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden die traditionellen St. Martinslieder, die schon seit mehreren Wochen zuvor die Räume der Kita erfüllt haben. Stolz wurden die selbstgebastelten Bienen und Käferfackeln getragen. So zogen wir an unserer schönen Kirche vorbei zurück zur Kindertagesstätte, wo wir uns dann am Martinsfeuer die berühmte Mantelteilung ansahen, gespielt von zwei Kindern der Kita. Im Anschluss an den Umzug wurde es ganz gesellig und familiär. Bei warmem Kakao, Püfferkes, Würstchen und einem Glühwein für die Erwachsenen klang der Abend genüsslich aus. Das Tragen der Laterne, die vielen Menschen und das bewusste Wahrnehmen von Licht und Dunkelheit ist immer besonders aufregend und bietet den Kindern eine schöne Vorbereitung auf den tollen Kleinkinderzug durch unsere schöne Kempener Innenstadt.

Von den „Maxikindern“ unserer Kita wird jedes Jahr die Auslosung des St. Martin und des armen Mannes mit Spannung erwartet. Hier entscheidet das Los, welches Kind auf dem Rücken des kleinen weißen Ponys als St. Martin verkleidet den Zug anführen und wer den armen Mann am Feuer sitzend spielen darf. Dieses Jahr entschied das Los für Henry als St. Martin und Merle als armer Mann. Beide spielten ihre Rolle voller Freude und mindestens genau so toll wie die Darsteller beim großen Stadtzug.

Immer wieder erfreuen wir uns zudem über die schön geschmückten Fenster der Nachbarschaft. Vielen Dank hierfür.
Vanessa Friedrich

Hier spielen Henry und Merle die Mantelteilung nach
Geburtstagsfest - ein Rückblick
 
Sechzig Jahre und ein bisschen leiser…
 
Am 9. September 1956 wurde der evangelische Kindergarten „Kleine Hände“ eingeweiht.

 
Wer die Geschichte des evangelischen Kindergartens erzählen möchte, muss mit der alten Martin-Luther-Schule beginnen. Auf dem Grundstück an der Wachtendonker Straße wurde nämlich 1911, also ein Jahr nach der Einweihung der Thomaskirche, eine evangelische Privatschule eröffnet, die drei Jahre später eine öffentliche evangelische Volksschule wurde. Sie begann mit zwei Klassenräumen, 48 Kindern und einem Fräulein, das von dem Fabrikanten Arnold eigens aus dem Württembergischen angefordert wurde. Es dauerte nicht lange, da wurde aus Fräulein Gastpar die Ehefrau von Pfarrer Hartke, aber das ist eine andere Geschichte.
Als die evangelische Volksschule 1953 in das größere Schulgebäude nebenan umzog, wurde der Abriss des alten Schulhauses beschlossen. Vorher musste aber erst für den im Ruhestand befindlichen Küster und Hausmeister Paul Weißleder und seine Frau sowie für den amtierenden Küster Hans Weißleder und seine Familie eine neue Wohnung gefunden werden.

Dann musste ein Finanzplan für den Neubau eines Gemeindezentrums aufgestellt werden: Einhundertsiebenundachtzigtausendfünfhundert-undfünfundfünfzig D-Mark und neununddreißig Pfennige - auch damals wurde mit spitzem Bleistift gerechnet. Es gab ein Darlehen der Landeskirche, Zuschüsse vom Landesvertriebenenamt für die Jugendarbeit und der Stadt Kempen für die Kindergartenarbeit und die Küsterwohnung. Trotzdem blieben immer noch Kopfschmerzen im Presbyterium über den aufzunehmenden Kredit (7,5 Prozent Verzinsung!).

Ein Bild aus dieser Zeit zeigt Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahrgangs beim Ausschachten der Fundamente des neuen Gemeindezentrums wie wir es heute noch kennen: mit dem Kindergarten, dem Jugendkeller, den Gemeinderäumen im Obergeschoss und der Küsterwohnung. Unter der Leitung von Günter Reiher hat die evangelische im CVJM besonders viel Muskelkraft und Schweiß für den Neubau eingesetzt.

1954, am 26. November wurde das Richtfest gefeiert. Der Jugendkeller war offensichtlich früher fertig als der Kindergarten, denn es wurde im Herbst 1955 bereits eine Hausordnung verfasst („Größte Sparsamkeit im Lichtverbrauch ist geboten“). Dann musste kurz vor der Eröffnung des Kindergartens noch einmal um die Finanzierung der Inneneinrichtung gerungen werden.

Dann war es soweit: Am 9. September 1956 wurde der Kindergarten mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Festakt eingeweiht. Der Posaunenchor spielte auf, Jugend- und Schulchor trugen Lieder vor. Fähnchen flatterten. Ein extra erstellter Diavortrag führte noch einmal die vielen Bemühungen um den Bau vor Augen. Die Beschallung lieferte ein ortsansässiges Radiogeschäft.

Die erste Kindergärtnerin war natürlich auch ein Fräulein: Brigitte Schütz. Ihr wurde eine Helferin zur Seite gestellt, die allerdings in den Protokollen nicht namentlich erwähnt wird.

In den Anfangsjahren muss die Kindergartenarbeit noch sehr provisorisch gewesen sein. Die Räume wurden zeitgleich auch von der Gemeindeschwester Änne genutzt, was wahrscheinlich nicht immer reibungslos verlief. Soweit die Anfänge.

Eine Geschichte des evangelischen Kindergartens muss noch geschrieben werden. Aber wer kann all die Namen der Erzieherinnen aufzählen? Die langjährigen Leiterinnen Ilse Thönes („Tante Ilse“) und Marianne Armonies sollen aber doch genannt werden. Inzwischen freuen wir uns, dass längst schon der Nachwuchs ehemaliger Kindergartenkinder bei uns angemeldet wird.

Der evangelische Kindergarten hat sich aus kleinen Anfängen prächtig entwickelt.
 
Heute heißen Kindergärten „Tageseinrichtungen für Kinder“ – aber eigentlich ist der alte Begriff doch viel schöner: ein Garten, der behütend und fördernd Wachstum möglich macht.Heute hat die Einrichtung 45 Kinder. Die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren ist üblich, was eine besondere Betreuung erfordert. Überhaupt ist die pädagogische Arbeit stetig intensiver und aufwändiger geworden.

 
Und kürzlich ist unser Kindergarten tatsächlich leiser geworden: Der Einbau von lärmdämmenden Decken macht die Gruppenräume für die Kleinen und Großen wesentlich spürbar ruhiger.

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